Was ist das für ein Vertrauen!


Manchmal werden wir von Vertrauen über­ wältigt. Da sollten wir in der Nachbarschaft während der Urlaubszeit die Katze füttern und erhielten den Wohnungsschlüssel: Was für ein Vertrauen! Da klingelt es spätabends an der Tür, und jemand betritt aufgelöst das Pastorat. Er muss mal sein Herz ausschütten und erzählt, was ihn so umtreibt! Was für ein Vertrauen so offen zu reden! Oder da mache ich einen Besuch, und am Ende steckt mir je­ mand einen Geldbetrag zu: „Sie wissen schon, wo in der Gemeinde Not ist!“ Er ver­ traut, dass ich es schon richtig mache. ­ Sie kennen bestimmt auch solche wunderbaren Vertrau­
ensbeweise, die uns irgendwie gut tun!


Was für ein Ansporn sol­chem Vertrau­en gerecht zu werden! –


kirchentag 2019

 

„Was ist das für ein Vertrauen!“ Das ist ein Satz aus der Bibel. Er fällt im Alten Testament in einem besonderen Zusammenhang: der jüdä­ische König Hiskia wird dem mächtigen König­reich Assyrien gegenüber tributpflichtig. Ir­gendwann kommt er seinen Zahlungs-­ und Treueverpflichtungen nicht mehr nach. Da­raufhin zieht der assyrische Feldhauptmann Sanherib mit großer Streitmacht gegen Jeru­salem zu Felde, sendet Boten zum König His­kia und lässt fragen: „Was ist das für ein Ver­trauen, das du hast? Auf wen verlässt du dich, dass du von mir abtrünnig geworden bist?“ (2. Könige 18,19) – Der assyrische König kann nicht verstehen, wie sich Hiskia, König dieses kleinen Reiches Juda, ihm widersetzen kann. Er weiß nichts von dem besonderen Verbündeten, den Hiskia hat – er weiß nichts
von dem Gott, an den Hiskia glaubt – ein Gott, dessen Macht sich nicht in Waffen und Militär, in Streitwagen oder Goldmünzen be­misst. Bei Gott ist eine viel größere Hilfe zu finden. Hiskia betet zu Gott, voll Vertrauen in Gottes Hilfe. Und Gott erhört ihn. Die Bibel erzählt wie in der nächsten Nacht der Engel des Herrn über das Heer der Assyer herfällt. Am anderen Morgen zieht König Sanherib fluchtartig von Jerusalem ab!
„Was ist das für ein Vertrauen, das du hast?“ Das ist die Losung des diesjährigen Kirchenta­ges in Dortmund. Glauben ist: Vertrauen in Gottes Möglichkeiten. Dieser innere Friede, der uns erfüllt, wenn wir spüren: Wir sind in Gottes Hand. Mancher kann mit solchem Vertrauen die Sorgen der Nacht verscheu­chen. Manche kann mit diesem Gedanken ganz ruhig in die anstehende Prü­fung gehen. Ein anderer kann mit solchem Vertrauen in Frieden auf dem Ster­bebett liegen: Gott macht das schon. Und an­dere, die das mitbekommen, staunen dann: „Was ist das für ein Vertrauen, das dieser Mensch hat!“ – Gott traut uns zu mit ihm diese Welt zu gestalten und mit Liebe zu be­ wahren! Lasst uns sein Vertrauen nicht enttäuschen! Und lasst uns Gott vertrauen, in allen Lebenslagen. Dann sollen andere gerne staunen und sich fragen: Was ist das für ein Vertrauen?!
Eine gesegnete Sommerzeit wünscht


Ihr/Euer Pastor Gerald Rohrmann