Konfirmation 2020 – sie wird besonders in die Geschichte eingehen! Alle drei vorgesehenen Konfirmationsgottesdienste in unseren Kirchen mussten wir verschieben. Unterricht, auch Vorstellungsgottesdienst, all das war mit einem Mal nicht mehr erlaubt. Unsere Freizeit nach Bremerhaven mussten wir absagen. Und hoffen jetzt, dass im September die Konfirmationen und im Juni der Vorstellungsgottesdienst dennoch stattfinden können. Zwei unserer Konfirmanden haben ein paar Gedanken zu ihrer Stimmungslage im April, als klar war, dass die Konfirmation verschoben werden muss, aufgeschrieben:

Fabian Berndt, Galmsbüll: Ich finde die Konfirmationverschiebung war gemein. Man hatte alle Einladungen und Vorbereitungen für das Fest schon erledigt. Ich habe sogar schon einen Anzug. Was ich hoffe, aber nicht glaube, ist, dass der mir im September passt. Eigentlich sitze ich im September auf dem Trecker und bereite die Flächen für die neue Saat vor. Nun nehme ich mir den Tag frei, damit ich meine Konfirmation feiern kann. Ich finde die Coranazeit nicht gut. Dadurch ist keine Schule. Wir bekommen zwar die Aufgaben übers Internet, aber das finde ich nicht so wie in der Schule. Da erklärt es mir der Lehrer. Zuhause muss ich es lesen oder meine Mutter versucht es mir zu erklären. Im Anhang ist ein Bild. Das Bild soll sagen, dass ich froh bin, dass ich in der Gemeinde wohne mit viel Landschaft. Somit habe ich immer frische Luft um mich und kann auch raus. Ich bin viel mit mein Bruder draußen, entweder Fahrrad fahren oder mit den Hund spazieren gehen.

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Svea Bötel, Galmsbüll: Mir geht es in dieser Zeit eigentlich ganz gut. Ich bin viel draußen bei meinen Tieren, mache Hausaufgaben oder nähe Masken. Ich finde es komisch, dass wir über das Internet Schule habe, aber so langsam habe ich mich daran gewöhnt, und es ist eigentlich ganz ok. Ich finde es halt blöd, dass ich meine Freunde nicht mehr sehen kann und nur mit ihnen telefonieren kann. Dass die Konfirmation verschoben ist, finde ich etwas traurig, weil man sich schon darauf gefreut hat und vorbereitet hat, aber ich finde, Gesundheit geht vor, und dann ist es auch in Ordnung, dass wir die Konfirmation verschoben haben.

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Am 8. Februar trafen sich die Konfirmanden zu einem Projekttag im Klanxbüller Gemeindehaus. Mit grosser Begeisterung wurden verschiedene Themen mit unterschiedlichen Materialien bearbeitet. Unterstützt wurde Pastor Rohrmann von Mitgliedern der Kirchengemeinderäte aus Horsbüll (Claus Carstensen) und Emmelsbüll-Neugalmsbüll (Sigrid Brandenburg und Rolf Wiegand), im ersten Bild zu sehen. Die Ergebnisse, und noch manch Anderes was auf der gplanten, aber nicht mehr durchführbaren Freizeit in Bremerhaven erarbeitet worden wäre, wären im Konfirmanden-Vorstellungsgottesdienst am 26. April präsentiert worden. Nun wird das Erarbeitete hoffentlich im Juni in einem Gottesdienst von den Konfirmanden vorgestellt werden.

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Als doch sehr muntere Gruppe haben wir uns längst aus den verschiedenen Bülls zusammengefunden. Und wenn immer donnerstags zum Unterricht Fahrdienste erforderlich sind, staunen die Eltern über die Entfernungen, die dann doch zwischen Klanxbüll und Neugalmsbüll (ein Mädchen kommt sogar aus Fahretoft) zu bewerkstelligen sind, wenn wir Unterricht an wechselnden Orten haben – mal im Gemeindehaus Klanxbüll, dann im Pastorat Emmelsbüll, im alten Pastorat Horsbüll und im Eckhof Neugalmsbüll.

In den letzten zwei Monaten war einiges los: Anfang September fuhren wir von Freitag auf Samstag nach Schleswig um das dortige Bibelzentrum zu besuchen. Auch unsere Jugendteamerin Maike Johannsen war mit dabei. Die Zugfahrt war ganz spannend, die Jugendherberge Schleswig ganz o.k. Abends besuchten wir in der Schleswiger Innenstadt die Schnellimbiss-Buden und waren im Bowlingcenter. Viel geschlafen haben die meisten die Nacht nicht! Aber wenigstens ging dieses Mal kein Zimmerschlüssel verloren wie bei der letzten Gruppe, wo die Jungens dann im Treppenhaus ihr Nachtlager aufschlagen mussten. Im Bibelzentrum gab es allerhand zu entdecken, beliebt sind immer die schmucken Kopfbedeckungen, wenn auf einmal Konfirmanden sich in mittelalterliche Nonnen oder Mönche verkleiden dürfen und mit Tinte und Feder einen Bibelvers abschreiben, als Buchdrucker zu Zeiten Gutenbergs ans Werk gehen oder aber als Nomaden sich den Alltag zur Zeit Abrahams und Sarahs vorzustellen versuchen. Mit vielen Eindrücken und dann doch nach der kurzen Nacht reichlich müde ging es auf die Heimfahrt.

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So ging es dann weiter: Na ja, donnerstags Unterricht. Am 30. September wirkten die Konfirmandinnen und Konfirmanden in Horsbüll im Gottesdienst bei der Vorstellung der 10-Gebote-Tafeln mit. Im Pastoratsgarten Horsbüll wurden unter der sachkundigen Anleitung von Gärtnermeister Thomas Andresen zwei Apfelbäume gepflanzt als kleiner Beitrag zum Klimaschutz und im Andenken an den Luther zugeschriebenen Ausspruch: „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergänge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

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Nach den Herbstferien trafen wir uns dann erstmals im Eckhof in Neugalmsbüll zum Unterricht, lernten in einem Filmbeitrag das Leben Anne Franks kennen, bereiteten den Gottesdienst für Volkstrauertag vor und unternahmen eine Fahrt in die Gedenkstätte in Ladelund. Frau Dr. Katja Happe brachte uns die Geschichte dieser Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme nahe: was Menschen Menschen antun konnten! Mit Mitgliedern des Kirchengemeinderates Emmelsbüll-Neugalmsbüll gingen wir durch die Ausstellung und lernten Schicksale kennen. Dass in Holland Männer eines ganzen Dorfes verhaftet und verschleppt wurden, nur weil Widerstandskämpfer gegen die Nazibesatzung in der Nähe einen Anschlag auf ein Fahrzeug der deutschen Wehrmacht verübt hatten, hat uns sehr berührt. Manche der Verschleppten waren nur wenige Jahre älter als unsere Konfirmanden. Und viele kehrten nicht heim - in dem Lager, das nur sechs Wochen bestand, starben in kürzester Zeit 300 Menschen. Wie mutig der Pastor von Ladelund damals war – er war ursprünglich der NSDAP beigetreten, kam dann aber ins Nachdenken über die unmenschliche Behandlung der Gefangenen im Lager, steckte ihnen heimlich etwas zu essen zu und setzte sich dafür ein, dass die Verstorbenen nicht schnell verscharrt wurden. Jeder bekam ein eigenes Grab, und der Pastor nahm an den Beisetzungen bei und betete für jeden ein Vater unser. Wie kostbar es nach dem Krieg für die Angehörigen war in Ladelund wenigstens die Gräber ihrer Lieben vorzufinden und so einen Ort für ihre Trauer zu haben! Und wie kostbar Frieden ist - und dass wir alles, was in unser Macht steht, tun müssen gegen aufkeimende Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen heute. Das waren ein paar Gedanken, die dieser Besuch in uns angestoßen hat.

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Am Donnerstag, dem 19. September 2019, pflanzten die Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Neugalmsbüll, Emmelsbüll, Horsbüll und Klanxbüll im Pastoratsgarten in Horsbüll zwei Apfelbäume. Angeleitet wurden sie dabei von unserem Friedhofsgärtner Thomas Andresen und Claus Carstensen vom Kirchengemeinderat Horsbüll.
Alle packten kräftig an, gruben die Löcher, pflanzten die Bäume und verstärkten sie mit Pfählen. Konfirmandenunterricht mal ganz praktisch – so machte es den Jugendlichen Spaß! Und vielleicht können die beiden Apfelbäume im Pastoratsgarten ein
Anlaufpunkt für die Jugendlichen bleiben, auch dann, wenn sie längst konfirmiert sind...

 

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Am Dienstag dem 2. Juli 2019 gabe es noch einmal einen Ausflug mit den Konfirmierten der 4 Bülls: Auf der Station für krebskranke Kinder in der Uniklinik Kiel übergaben wir Spenden aus Gottesdiensten: Der Sozialverband Wiedingharde West hat von dem Festerlös auf Hof Gaarde auch noch etwas dazugegeben und die Kirchengemeinde Emmelsbüll-Neugalmsbüll: danke an alle Geberinnen und Geber! Oberarzt Dr. Denis Schewe nahm das Geld in Empfang und zeigte den Jugendlichen die Arbeit auf der Station. Demnächst zieht die Station in ein neues Gebäude um, und die Gelder können gut für eine kindgerechte, freundliche Ausstattung der Station genutzt werden.

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In der Nacht vom 28. auf den 29. Juni 2019 trafen sich die Konfirmanden in der Klanxbüller Kirche zu einer Übernachtung.

Nach gemeinsamen Unternehmungen, Essen und Filmegucken war aber an Schlafen nicht so recht zu denken und schon gar nicht in der Kirche – das Gemeindehaus wurde dann doch vorgezogen.

 

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Am Donnerstag dem 27. Juni 2019 gab es eine erste gemeinsame Kennenlernveranstaltung.

Im eigens dafür eingerichteten Niedrigseilgarten an der Christus-Kirche in Niebüll konnten die Konfirmanden sich unter Anleitung von Anna Ihme iin der Zusammenarbeit in Teams üben.

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